• „Indianer kennt keinen Schmerz“ …. oder Making of a Podcast

    Wir haben über die Jahre etliche Erfahrung in den Themenfeldern Prävention und Gesundheitsschutz im Beruf gesammelt – von der Pressearbeit über Netzwerkveranstaltungen bis hin zu „Zukunftsworkshops“.  Der Podcast als etabliertes Medium ist da nur die konsequente Fortsetzung, gerade auch, weil es oft um die Herausfor­derun­gen der Digitalisierung für ein gesundes Berufsleben geht.

    Hier thematisieren wir in einer ersten Hörprobe das Thema der Präventionskultur bei Kreativen. Bewusst brechen wir mit Erwartbarem und begeben uns auf die Spurensuche in ungewöhnlichem Umfeld: Jan Erik Stahl ist seit 18 Jahren u.a. als Mitglied der Spielleitung für eine der aufregendsten Open Air-Shows in Deutschland verantwortlich: die Karl-May-Spiele in Bad Segeberg!

    Wie führt man so ein Team unterschiedlichster Spezialdisziplinen? Wie geht man mit dem Druck um? Mit der Eitelkeit in uns allen? Mit der Ruhe und dem Alleinsein nach dem Auftritt? Wie verhindere ich, mich zu „verbrennen“. Und was können andere Berufsbilder aus den beschriebenen Verhaltensweisen lernen?

    Um all das geht es in dem Podcast, der am 15. November hier am Phoenixhof eingespielt wurde.

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  • Magazin zur „Zukunft der Arbeit“ – in Pflege und Gesundheit

    Einführung: Prof. Dr. Stephan Brandenburg, Hauptgeschäftsführer der BGW

    Die Arbeitswelten verändern sich rasant. Neue Technologien halten Einzug, prägen unsere Arbeitsumgebungen und bestimmen zum erheblichen Teil Wege der Kommunikation und Zusammenarbeit. Die Zukunft sicher vorhersagen kann dabei keiner von uns. Aber wir können und müssen uns als großer Unfallversicherer die Frage stellen, welche Herausforderungen uns und unsere Mitglieder zukünftig erwarten – eine Fragestellung mit vielen Facetten.

    Einige dieser Facetten sind in diesem Magazin aufgeblättert. Sie reichen von Augmented oder Virtual Reality bis hin zur Telemedizin und Versorgungskonzepten im ländlichen Raum. Und wir versuchen Raum für die Erarbeitung von Antworten zu geben. Neben der kontinuierlichen Erprobung im Rahmen von Modellvorhaben oder Zukunftsworkshops haben wir mit dem Campus29 in Bochum eine Spielfläche geschaffen, um unter anderem Erfahrungen zum digitalen Lernen an einem Ort zu bündeln. Auf einem ersten Zukunftsworkshop Ende 2016 in der Hamburger Speicherstadt hatten wir uns bereits intensiv mit einem Teil neuer Trends beschäftigt. Die Zukunft des Krankenhauses stand im Zentrum der Diskussion, zudem der Einsatz virtueller Realitäten im Rahmen der Prävention. „Herausgekommen“ ist unter anderem ein Modellvorhaben, das sichere Krankenhaus als virtuelle Arbeitsstelle erlebbar zu machen. Seit dem 1. Mai 2019 hat diese Virtual- Reality-Anwendung seine erste feste Heimat in unserem Campus29 in Bochum gefunden. Ein Roll-out an interessierte Einrichtungen sowie die Evaluation der Lernerfahrung sind bereits fest eingeplant.

    Auf unserem zweiten Zukunftsworkshop im Jahr 2019 haben wir nun zwei wahrscheinlich weitere maßgebliche Trends – die Telemedizin und Augmented Reality (computergestützte Erweiterung der Realtät) – näher untersucht, besser verstanden und dann gemeinsam diskutiert, in welcher Form sich die BGW diesen Entwicklungen am besten nähert. Mögliche Modellprojekte hierzu werden derzeit mit Partnern diskutiert. Doch neue Technologien entstehen kontinuierlich. Sie setzen sich im Arbeitsumfeld durch oder werden erneut ersetzt. Der diesjährige Zukunftsworkshop hat erfolgreich ein Schlaglicht gesetzt. Doch auch unabhängig davon sollten wir mit offenen Augen und beständig prüfen, welche Entwicklungen die Arbeitswelten von morgen beeinflussen. Denn für uns als BGW ist es eine kontinuierliche Aufgabe, die Relevanz für ein modernes Arbeitsleben auszuloten. Sinnvollerweise machen wir dies nicht allein, sondern unter Beteiligung interner wie externer Expertinnen und Experten und „Impulsgeber“. Denn jede Diskussion ist nur so gut und ertragreich wie der Sachverstand, der mit am Tisch sitzt. Nicht umsonst sind „Modellvorhaben“ dabei oft gepaart mit „Kooperationen“.

    Die Zukunft der Arbeitswelten erkennen: Für uns als BGW ist es eine kontinuierliche Aufgabe, neue Entwicklungen und ihre Relevanz für ein modernes Arbeitsleben auszuloten. Sinnvollerweise machen wir dies nicht allein, sondern unter Beteiligung interner wie externer Expertinnen und Experten und Impulsgeber.

    Laurich & Kollegen verantworteten für die BGW die Konzeption des Magazins und in weiten Teilen die redaktionellen Inhalte.

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  • „Augmented Reality: die Zukunft der Informationsdarstellung!“

    Augmented Reality (AR), also die Verschmelzung realer und virtueller Objekte in einer gemeinsamen Darstellung, ist nicht neu, aber die  Potenziale ob der technologischen Sprünge der letzten Jahre immens.  Über Chancen und Einsatzmöglichkeiten für AR sprachen wir mit Benedikt Mättig vom Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik IML im Rahmen eines Agenturprojektes zur „Digitalisierung in der Arbeitswelt“.

    Warum erfährt die Augmented Reality gegenwärtig so viel Aufmerksamkeit?

    Unsere Gegenwart prägt eine unendliche Datenfülle. Entscheidend ist folglich die Notwendigkeit, Informationen zu filtern, denn im Arbeitsalltag werden zumeist je nach Kontext nur ganz bestimmte Informationen benötigt. Insgesamt steigendes Informationsaufkommen und erhöhte Dynamik erfordern, dass Menschen flexibel mit den umgebenden Systemen interagieren. Dafür gilt es neue Konzepte für die Mensch-Computer-Interaktion zu schaffen. Ein Schlüsselfaktor sind hierbei intuitive Methoden und bedarfsgerechte Informationsbereitstellung, also die Darstellung situationsrelevanter Daten in Echtzeit, um den Menschen in Arbeitsprozessen optimal zu unterstützten.

    AR ist eine vielversprechende Möglichkeit, um Daten situationsabhängig zu visualisieren. Im Wesentlichen zeichnet sich diese Technologie durch zwei Charakteristika aus: Verschmelzung der realen und virtuellen Welt und eine interaktive Übertragung von Informationen in Echtzeit. Somit wird die natürliche Wahrnehmung des Benutzers mit computergenerierten Informationen erweitert. Unterschieden werden kann zwischen „Assisted Reality“ mit monokularen Datenbrillen (kurze Informationen im Sichtfeld) und „echtem“ Augmented Reality mit binokularen Brillen (Information abhängig von Blickrichtung und Fokus)

    Welche Qualitäten von AR machen dessen Bedeutung in der Informationsdarstellung aus?

    Unter Berücksichtigung der Rahmenparameter der menschlichen Wahrnehmung stellt AR ein Werkzeug dar, das für die Visualisierung von Informationen geeignet erscheint. Denn AR ermöglicht, gewohnte visuelle Muster durch virtuelle Informationen zu erweitern, ohne dass sich der Mensch an neue und womöglich unbekannte Strukturen einer Informationsdarstellung anpassen muss.

    Ich bin überzeugt: AR ist die Zukunft der Informationsdarstellung, denn wir verstehen Informationen am besten, wenn virtuelle Welten möglichst exakt wie unsere reale Arbeitsumgebung aussehen. Dann muss der Mensch nicht mehr „übersetzen“. AR kann einen großen Beitrag leisten, Informationen dort zu platzieren, wo sie auch benötigt werden und immer nur so viele, wie benötigt werden. Die große Herausforderung wird  sein, Systeme so zu gestalten, dass sie sich an die Bedürfnisse der Menschen anpassen können und sich nicht der Mensch dem System anpassen muss.

    Zudem wird die Etablierung von AR stark von technologischen Entwicklungen der AR-Devices abhängen. Auf der einen Seite lassen sich Handhelds nennen, also v.a. Tablets und Smartphones:  Über eine integrierte Kamera, Sensorik sowie eine leistungsstarke CPU sind diese Geräte in der Lage AR über das integrierte Display darzustellen. Das zweite große Feld der AR-Devices wird durch Datenbrillen repräsentiert: Auf der einen Seite existieren monokulare Brillen, die über ein einseitig angebrachtes Zusatzdisplay Informationen im Sichtfeld des Benutzers anzeigen. Eine echte Überlagerung der Realität mit virtuellen Informationen bietet sich bei diesen Geräten nicht an. Auf der anderen Seite existieren binokulare Brillen, die über zwei halbtransparente Displays verfügen, die unmittelbar vor dem Auge platziert sind. Diese Geräte sind für AR derzeit am besten geeignet und ermöglichen die Informationsaufnahme ohne einen Fokuswechsel der Augen.

    Welche Erwartungen haben Sie an Augmented Reality im Gesundheits- und Pflegesektor?

    Auch im Gesundheitssektor wird die Unabhängigkeit des Ortes zunehmend an Bedeutung gewinnen – die Schlagworte lauten hier u.a. Telemedizin und -monitoring. In der Pflege sehe ich Potenziale vor allem bei Schulungen, als Hinweisgeber bzw.  „virtueller Merkzettel“. Hochspezialisierte „Fernzugriffe“ werden ein wichtiges Thema für AR werden – und das  branchenübergreifend. In der Gesundheit kann das zum Beispiel eine AR-gestützte Unterstützung bei Operationen sein. Experten sind eben nicht immer da, wo die Probleme auftreten. Grundsätzlich bleibt aber die Akzeptanz der entscheidende Faktor technologsicher Innovation im Allgemeinen und AR im Speziellen. Menschen wollen wissen: Überwacht mich die Technik? Macht sie mich überflüssig? Diese Sorgen gilt es ernst zu nehmen.

     

    Dipl.-Inf. Benedikt Mättig

    ist seit 2011 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer IML und bekleidet dort seit 2018 die Rolle des Innovationsscouts. Er befasst sich in seiner Arbeit schwerpunktmäßig mit dem Thema Digitalisierung und ist Spezialist für den Bereich der Mensch-Maschine-Interaktion. Er forscht seit mehreren Jahren im Bereich ergonomischer sowie intuitiver Benutzerschnittstellen und hat am Fraunhofer IML verschiedene, digitale Assistenten für die Logistik entwickelt.

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  • „So weit ist die Zukunft gar nicht mehr entfernt!“

    Können technologische Innovationen jetzt und in Zukunft für den Alltag der Menschen spürbare Vorteile nach sich ziehen? Der Telemedizin wird hierbei jetzt und perspektivisch eine besondere Bedeutung zukommen. Fachbeitrag von Rainer Beckers  (GF ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin) im Rahmen eines Agenturprojektes zur „Digitalisierung in der Arbeitswelt“.

    Die Herausforderung, ärztliche Expertise verteilen zu wollen, ist alles andere als neu. Grundsätzlich sind die Bedingungen für die Telemedizin vorteilhaft: Denn Telemedizin hat durch die Aufhebung des Fernbehandlungsverbotes eine neue Relevanz erhalten: Jeder Arzt darf jetzt auch unbekannte Patienten über Videosprechstunden behandeln, das war bis dato verboten. Die Videosprechstunde als Medium hat man weiterhin definiert und sich bundeweit auf eine Technik festgelegt. Es gibt hier nun keine technologischen Hemmnisse mehr, die es zu überwinden gilt. Die Technik ist herstellerunabhängig einsatzbereit und zertifiziert sicher – so weit ist die Zukunft also gar nicht mehr entfernt.

    Bedarf an ortsunabhängiger medizinischer Versorgung wächst

    Telemedizin vermag vorrangig Medizin mobil zu machen. Das macht die Medizin als solche nicht besser, aber das Instrumentarium der Telemedizin schafft die Voraussetzung, medizinische Versorgung besser zu verteilen. Es geht  um eine ortsunabhängige Versorgung – und der Bedarf hierfür wächst unzweifelhaft bundeweit und international.

    Doch mit der realen Nutzung und Implementierung von Telemedizin sind einige Hürden verbunden: Zunächst einmal ist der Aufbau einer telemedizinischen Infrastruktur kostenintensiv: Hardware, Software, Technik zum einen und Prozesse, Schulungen etc. zum anderen. Das Implementieren von Telemedizin beinhaltet für die Ärztin / den Arzt aber immer auch eine Organisationsreform – auch  das kostet Geld und Zeit. Gegenwärtig rechnet sich das für viele noch nicht! Aufgrund struktureller Schwächen können telemedizinische Lösungen folglich noch nicht ausgerollt werden. Es muss verhindert werden, dass die Akteure im Gesundheitssystem Telemedizin als Zusatzbelastung im Alltag wahrnehmen – denn so kann natürlich keine Akzeptanz entstehen.

    Erstmals ein einheitlicher technischer Standard im Gesundheitssektor

    Die Telemedizin  wird die Präsenzmedizin immer nur ergänzen, auch wenn es nun häufiger vorkommen wird, dass Patienten und Ärzte erstmalig über eine Audio- bzw. Video-Verbindung miteinander kommunizieren. Ohne das gesamte System der Präsenzmedizin im Hintergrund würde ja auch so eine Art der Behandlung nicht dauerhaft funktionieren.

    Es kommt auf eine gezielte Ergänzung und Abstimmung zwischen der Präsenzmedizin und Internetmedizin an. Keines von beiden ist „überflüssig” oder entbehrlich. Nur so werden sich die tatsächlichen Vorteile für die Qualität der Versorgung einstellen. Insbesondere in der ländlichen Versorgung wird die intelligente Kombination aus beiden Elementen, also „realer” und „virtueller” Hausbesuch, einen erheblichen Beitrag zur Steigerung der Qualität leisten.

    Wir müssen aufpassen, dass die neue ungehinderte Option telemedizinischer Konsultationen nicht alle anderen, teilweise wesentlich sinnvolleren Anwendungen überlagert. Videosprechstunden sind doch in erster Linie eine Erleichterung, da Wegezeiten entfallen. Nicht mehr und nicht weniger. Telemedizin ist aber mehr als diese Form der Behandlung über die Distanz. Ich denke vor allem an Telekooperation und Telemonitoring. Sie bedeuten eine bessere Medizin durch mehr Expertise und mehr Daten. Hier schlummern die Potenziale für die Versorgung und die Digitalstrategien der jeweiligen Bundesländer.

    Rainer Beckers ist eHealth-Experte, ist Gesundheitswissenschaftler, und Philosoph mit den fachlichen Schwerpunkten Gesundheitsökonomie und Computersimulation als wissenschaftliche Methode. Seit 1989 im Gesundheitswesen beschäftigt, u.a. in der Forschung, bei Klinikträgern und Verbänden, wirke Beckers früh an Konzepten zur einrichtungsübergreifenden elektronischen Patientenakte mit. 2000 wechselte zur neu gegründeten ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH und startete als Bereichsleiter „Projekte und Beratung“ Innovationen wie die spezielle Nutzenbewertung der Telemedizin und das Pflegemonitoring. 2009 wurde er zum Geschäftsführer der ZTG bestellt und positionierte das vom Land NRW geförderte Kompetenzzentrum in der Telemedizin maßgeblich.

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  • „Die Herausforderung: Mit weniger Ärzten mehr Patienten verlässlich versorgen!“

    Seriösen Schätzungen zufolge geben  in den kommenden zehn Jahren rund die Hälfte der niedergelassenen Ärzte ihre Praxen auf. Gleichzeit nimmt die Zahl der Facharztabsolventen für Allgemeinmedizin erheblich ab. Die demografische Entwicklung erhöht zudem den Druck auf die medizinische Versorgung, die daher nicht nur in ländlichen sondern auch in wachstumsstarken Regionen vor immensen Herausforderungen steht. Über die infrastrukturellen Herausforderungen in der Pflege und Gesundheit sprachen wir im Rahmen eines Agenturprojektes zur „Digitalisierung in der Arbeitswelt“ mit GEWOS-Geschäftsführer Jost de Jager.

    Herr de Jager, was sind die spezifischen Herausforderungen an die medizinische Infrastruktur in Deutschland?

    Berechnungen gehen davon aus, dass der Ärztemangel im schlimmsten Fall bis zum Jahr 2030 bundesweit bis zu ca. 25 Millionen Menschen  betreffen wird. Patienten, deren Ärzte ihre Praxen geschlossen haben, müssen bei den noch vorhandenen Medizinern unterkommen, eine kurzfristige Terminvergabe wird schwieriger, Wartezeiten und Wege werden länger.

    Ein Grund ist das in Deutschland traditionsreiche Selbstverständnis niedergelassener, selbstständiger Ärzte: Lange Zeit war der typische Hausarzt männlich, Anfang dreißig, als er mit seiner Facharztausbildung fertig war, und bereit, für den Rest seines Lebens aus  der Stadt, in der er studiert hat, in den ländlichen Raum zu ziehen, um dort eine Familie zu gründen, zu leben und zu arbeiten. Heute ist der Hausarzt in der Regel eine Frau, ist bei ihrer Facharztprüfung Anfang 40 und hat bereits Familie. Aufgrund einer guten finanziellen Versorgung liegen die Interessen dieser Ärztin nicht mehr in der Selbstständigkeit und einem maximalen Verdienst, sondern in einem persönlich befriedigendem Arbeitsplatz mit einer besonderen Sinnhaftigkeit. Die Mehrfachfunktion als berufstätige Ärztin, Mutter und Partnerin verlangt neue, flexiblere Praxisorganisationsmodelle.

    Uns gehen die Hausärzte aus – können telemedizinische Leistungen Abhilfe leisten?

    Traditionelle Hausarztpraxen sind zumeist selbstständig geführte und mit wenig Personal organisierte Kleinbetriebe, die für heutige Ärzte unattraktiv sind: Als Folge schließen viele Praxen ohne Nachfolger ihre Türen für immer. Darunter leidet jedoch nicht nur die medizinische Versorgung der Bevölkerung, sondern auch das wirtschaftliche und soziale Umfeld.

    Denn die Betreuungsintensität wird im Alter erheblich zunehmen. Die größten hausärztlichen Versorgungsengpässe erwarten wir kurz- und mittelfristig nicht, wie zumeist unterstellt wird, in den Landkreisen im Osten der Republik, sondern vielmehr in den strukturschwachen Regionen im Westen. Hier kann die Telemedizin einen Beitrag leisten, aber weniger was die hausärztlichen Versorgungslücken angeht: Zwar hat der Einsatz von Telemedizin viele Vorteile, doch benötigt ein telemedizinisches Angebot weiterhin einen Arzt und das kann und soll auch so bleiben. Einen Mehrwert kann die Telemedizin leisten, um Mobilitätsbarrieren aufzuheben und die Nähe zwischen Patient und Arzt des Vertrauens aufrechterhalten – geeignet insbesondere bei routinemäßigen Untersuchungen. Die Limitationen bei der Telemedizin sehe ich bei der Frage der Akzeptanz auf Patientenseite.

    Womit kann diesen Entwicklungen sonst begegnet werden?

    Mit innovativen Modellen, in denen weniger Hausärzte in der Lage sind, mehr Patienten zu versorgen, können neue leistungsfähige Versorgungskonzepte entstehen – der Ausbau von weiteren Medizinischen Versorgungszentren wird sicher Teil dieser Lösung sein. Um die regionale ambulante und stationäre medizinische Versorgung zu sichern und zugleich dauerhaft wirtschaftliche Strukturen zu gewährleisten, muss eine enge Kooperation von Krankenhäusern und Kommunen bei der Einrichtung neuer Versorgungszentren das Ziel sein.

    Integrierte Lösungen werden nur gelingen, wenn alle anderen an der medizinischen Versorgung Beteiligten – nämlich Pflegedienste, Wohlfahrtsverbände, Apotheken und Heilberufe – von Anfang an in das Konzept mit einbezogen werden. Das Ergebnis darf nicht in einer „Verstaatlichung“ der ärztlichen Versorgung liegen, sondern muss privatwirtschaftliches und gesellschaftliches Engagement ermöglichen. Nach unseren  Beratungserfahrungen für Kommunen ist es zielführend, Analysen durchzuführen und direkt mit interessierten Ärzten ins Gespräch zu kommen, um flexible Weiterentwicklungen gefährdeter Praxisstandorte zu finden. Bereits verwirklichte Pilotprojekte geben diesem Ansatz recht: Mit weniger Ärzten können trotz allem mehr Patienten gut und verlässlich versorgt werden – mit einer hausärztlichen Versorgung, welche die Infrastrukturen erhält und die Region als Wohn- und Wirtschaftsstandort attraktiv macht.

     Jost de Jager ist als Teil der GEWOS-Geschäftsführung ein renommierter Experte für den öffentlichen Sektor, den Wohnungs- und Immobilienmarkt sowie das Gesundheitswesen. Dabei kann de Jager auf Erfahrungen aus zwei Welten zurückgreifen: Aus der Politik als ehemaliger Abgeordneter, Staatssekretär und Minister. Und aus der Wirtschaft als Geschäftsführer, Aufsichtsrat und Unternehmensberater. Seine persönlichen und beruflichen Erfahrungen ermöglichen es ihm, die relevanten gesellschaftspolitischen und wirtschaftlichen Aspekte zu einer Gesamtsicht zu verbinden.

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  • „Das Krankenhaus als virtuelle Lernwelt“
    „Das Krankenhaus als virtuelle Lernwelt“
    „Das Krankenhaus als virtuelle Lernwelt“
    „Das Krankenhaus als virtuelle Lernwelt“
    „Das Krankenhaus als virtuelle Lernwelt“

    „Das Krankenhaus als virtuelle Lernwelt“

    Virtual Reality (VR) bzw. Augmented Reality (AR) haben in den letzten drei bis fünf Jahren eine atemberaubende Dynamik entfacht. Möglich gemacht haben diese Entwicklungen in der Informations- und Kommunikationstechnologie mit immer leistungsfähigeren Prozessoren, Grafikkarten sowie kostengünstigen, hochauflösenden Displays. Vor diesem Hinter­grund wundert es nicht, dass vom Start-up bis zu den DAX-Konzernen VR und AR als strate­gische Prioritäten erkannt werden. Tatsächlich gibt es in vielen Branchen bereits sinnvolle und technisch umsetzbare Anwendungs­möglichkeiten. Doch kann VR einen signifikanten Beitrag für einen optimierten Arbeits- und Gesundheitsschutz in der Arbeitswelt leisten?

    Die Herausforderung

    Diese Frage stellt sich die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) gemeinsam mit den Beratern von Laurich & Kollegen. Als gesetzliche Unfallversicherung ist die BGW für nicht-staatliche Einrichtungen im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege zuständig. Die Prävention von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren ist die vorrangige Aufgabe.

    In dem von der BGW mandatierten Modellvorhaben „Krankenhaus als virtuelle Lernwelt“ geht es daher konkret um neue mediale Ansätze in der (Erst-)Unterweisung von neuen Fachkräften in der Pflege. Hier ist der Arbeitgeber und somit die Vorgesetzten verpflichtet, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das nötige Rüstzeug zu vermitteln, um Unfälle zu verhüten und Gefahren zu minimieren.

    „Aufgabe war es daher, das virtuelle Krankenhaus zu einem sicheren Krankenhaus zu machen und so intensive Lernerfahrung in den Praxisalltag zu übernehmen. In diesem Projekt kann VR all das zeigen, was mit dem Medium möglich ist“, so Jan Schröder, Gründer von showpixelVR, der Produktionsgesellschaft. „Denn VR ist ideal, wenn es darum geht, wirklichkeitsnahe, digitale Erlebniswelten, um Ideen begreifbar, Prozesse und Produkte verständlich oder Räume interaktiv erlebbar machen.“

    Die Umsetzung – Konzentration auf 3 Themenmodule

    In der Trainingssituation im „virtuellen Krankenhaus“ werden alltägliche, pflegerische Krankenhaus­situationen spielerisch in VR umgesetzt und Trainings verinnerlicht, ohne dass sich die Teilnehmer realen Gefährdungen aussetzen müssen. Bewusst wurden zum
    Auftakt 3 Themenmodule als Schwerpunkte gewählt:

    • Rückenschonendes Arbeiten,
    • der Umgang mit Chemikalien sowie
    • die Reaktion auf einen möglichen Brand.

    Das analoge Vorbild: Unfallkrankenhaus Hamburg-Boberg

    Wichtig war zudem eine realistische Anmutung. So wurde für das Projekt eine Station des Unfallkrankenhauses in Hamburg-Boberg nachempfunden, von der Deckenhöhe über die Türgröße bis zum Abstand der Betten. Zudem wurden zahlreiche Interviews mit dem Pflegepersonal geführt, um Arbeitsschritte praxisnah nachvollziehen zu können.

    Multidisziplinäres Team

    Ein multidisziplinäres und internationales Team von Content-Experten und Programmieren arbeitet seit rund 1,5 Jahren an der Implementierung des ambitionierten Projektes. Auf dem Campus29 der BGW in Bochum besteht bereits ein Schulungszentrum, in dem die VR-Unterweisung erprobt werden kann.

    Ein Leuchtturmprojekt im Arbeits- und Gesundheitsschutz

    Nach einer intensiven Entwicklungs- und Betaphase und ersten Demos, insbesondere auf der Messe Arbeitsschutz Aktuell in Stuttgart in 2018, befindet sich das wegweisende VR-Pilotprojekt der Gesundheitsbranche in der Optimierung. Und erfreut sich bereits bundesweiter Aufmerksamt in der Gesundheits- und Pflegebranche. Das Modellvorhaben gilt bereits als VR-Leuchtturm im Arbeits- und Gesundheitsschutz, er ermöglicht zum einen für den Kunden und zum anderen für das Team der Entwickler nachhaltige Lernerfahrung.

    Implementierung und nächste Schritte / XR-Training

    Seit Ende 2018 gibt es am BGW-Standort in Bochum ein Schulungszentrum, in dem die VR-Unterweisung absolviert werden kann und anderen Einrichtungen für Tests zur Verfügung steht.  Eine Roadshow, um die Anwendung deutschlandweit zu etablieren, ist in Planung. Das Projekt ist jedoch modular erweiterbar konzipiert und soll für den Kunden, die Teilnehmer und das Entwicklerteam Kumulationspunkt nachhaltigen Lernens sein.

    Unter XR-Training soll zum April eine eigene Gesellschaft gegründet werden, die sich ausschließlich auf die Nutzung von Virtual Reality in Schulung und Training spezialisiert (www.xr-training.de). Zudem laufen Gespräche mit großen Fachverlagen, um aktuellen, kontextbezogenen Content zu integrieren.

    Der Sachstand soll auf der A+A im Düsseldorf im November präsentiert werden. Zudem wurde eine Bewerbung für den Deutschen Arbeitsschutzpreis 2019 eingereicht.

    Mehr unter: https://deutscher-arbeitsschutzpreis.de

     

     

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  • A+A 2017 im Oktober: Arbeitswelt im Wandel

    Die Arbeitswelt verändert sich. Vor allem die Digitalisierung der Arbeitswelt und die Auswirkungen dieser Prozesse auf die Arbeitsbedingungen stehen aktuell im Fokus. Doch nicht nur Digitalisierung und Individualisierung sind Merkmale nahezu aller Arbeitsplätze, auch durch den demografischen Wandel ergeben sich neue Herausforderungen und Chancen. Alle Maßnahmen zum Erhalt der Arbeitskraft haben daher ebenso große Bedeutung wie Arbeitsschutz und betriebliche Sicherheit: Sie verbessern das Leben der Menschen, indem sie sie vor Gesundheits- und Sicherheitsrisiken am Arbeitsplatz schützen. Gleichzeitig steigern sie die Produktivität und damit die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.

    Vom 17. bis 20. Oktober 2017 dreht sich in Düsseldorf alles um die Themen Persönlicher Schutz, Betriebliche Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Dann treffen sich auf dem Messegelände Fachbesucher aus der ganzen Welt zur Internationalen Fachmesse mit Kongress A+A. Bereits heute ist gesichert, dass die A+A 2017 den kompletten Überblick über die weltweit neuesten Trends und Produkte in den Bereichen des Arbeitsschutzes, der betrieblichen Gesundheitsförderung und des Sicherheitsmanagements im Betrieb bieten wird.

    Die A+A ist jedoch nicht nur die führende und größte Messe ihres Marktsegments, sie hat auch seit ihrem Start 1954 über Jahre hinweg dazu beigetragen, die Aufmerksamkeit für die Themen Arbeitsschutz und betriebliche Gesundheitsförderung weltweit zu stärken. Der Markt für Persönliche Schutzausrüstungen umfasst aktuell weltweit ein Volumen von rund 18 Milliarden Euro. 38 Prozent davon (5,8 Milliarden Euro) entfallen auf die Märkte der Europäischen Union, 1,8 Milliarden Euro allein auf Deutschland. 65.000  Fachbesucher aus über 80 Ländern kamen zur A+A 2015, mehr als 30 Prozent von ihnen reisten aus dem Ausland nach Düsseldorf. Fast zwei Drittel aller Gäste waren dem Top- und Mittleren Management mit hoher Beschaffungskompetenz zuzuordnen.

    Mit ShowpixelVR werden wir das Marktplatz“-Angebot der A+A um aktuelle Anwendungen im Bereich Virtual Reality bereichern.

    Mehr Informationen: https://www.aplusa.de

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  • Virtual Reality – Neue Dimensionen der Realität am Arbeitsplatz

    Virtual bzw. Augmented Reality (VR/ AR) haben seit 2012 eine atemberaubende, wenn auch in weiten Teilen unbemerkte Dynamik entwickelt. Möglich gemacht haben das die Ent­wicklun­gen in der Informations-­ und Kommunikationstechnologie mit immer leistungs­fähigeren Pro­zes­soren, Grafikkarten sowie kostengünstigen, hochauflösenden Displays. 2016 soll nun den endgültigen Durchbruch für die Technologie bringen, wie u.a. eine aktuelle Studie der KPMG (06/2016) belegt. In diesem Jahr werden VR- und AR ­Anwendungen für den Massen­markt zugänglich. Zudem haben die Investitionen deutlich zugelegt: Schon in den ersten zwei Monaten dieses Jahres wurde mehr in VR­ und AR ­Unternehmen investiert als im gesamten Jahr 2015. Und schließlich sollen die Umsätze laut Goldmann Sachs bis 2025 auf weltweit 80 Milliarden US ­Dollar steigen.

    Vor diesem Hintergrund wundert es nicht, dass vom Start­up bis zu den DAX ­Konzernen viele Unternehmen VR/AR als eine strategische Priorität für die nächsten Jahre definieren. Tatsäch­lich gibt es in vielen Branchen bereits sinnvolle und technisch umsetzbare Anwendungs- ­ und Geschäftsmöglichkeiten. Pioniere und Innovatoren haben diese Potenziale erkannt und testen die interessantesten Einsatzgebiete. Dabei stehen besonders die emotio­na­len und kommuni­ka­tiven Erfahrungen im Vordergrund.

    Grund genug also, sich mit den Auswirkungen dieser neuen Technik auf das Arbeitsleben wie auch verschiedenster Präsentationsformen unterschiedlicher Branchen zu beschäftigen. Gemeinsam mit den Technologieexperten von Neumann & Möller (www.neumannmueller.com) luden Laurich & Kollegen daher ausgewählte Führungskräfte zur Präsentation von je 3 bis 4 aktuelle Anwendungen aus unterschiedlichsten Bereichen in zwei parallelen Räumen ein.

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